Ein sehr interessanter Denar von Julia Soaemias, der Mutter des Kaisers Heliogabal und einer der bedeutendsten Frauen am Hofe der Severer. Nachdem ihr Sohn im Jahr 218 die Macht übernommen hatte, erhielt sie den Titel „Augusta“ und nahm eine außerordentlich hohe Stellung in der neuen Dynastie ein.
Besonders interessant ist die Rückseite, die Venus Caelestis darstellt. Die Göttin sitzt auf einem Thron mit einem Apfel und einem Zepter, während vor ihr ein kleines Kind steht, das die Hände nach ihr ausstreckt. Die Komposition hebt deutlich die Motive der Mutterschaft, der Fruchtbarkeit und der dynastischen Kontinuität hervor, die besonders gut zur Münzprägung der Mutter des regierenden Kaisers passen.
Auch der Beiname „Caelestis“ („Himmlische“) ist von Bedeutung. Der Kult der Dea Caelestis hatte starke Verbindungen zu östlichen und nordafrikanischen religiösen Traditionen, und die Regierungszeit des Heliogabal war durch eine besonders ausgeprägte Präsenz östlicher Kultelemente in Rom gekennzeichnet.
Die Stellung von Soaemias war vollständig an die Macht ihres Sohnes gebunden. Als Heliogabal im Jahr 222 von den Prätorianern ermordet wurde, kam Julia Soaemias gemeinsam mit ihm ums Leben, und ihr Andenken wurde in der Folge verunglimpft.
Der hier vorgestellte Denar ist somit ein interessendes Zeugnis der weiblichen und dynastischen Propaganda am Hofe des Heliogabal, in der die Person der kaiserlichen Mutter, die Idee der Mutterschaft und die religiöse Symbolik der Venus Caelestis in einer Darstellung vereint wurden.
Römisches Reich
Julia Soaemias (218–222, Mutter des Heliogabal), Denar 218–222, Münzstätte Rom
Vorderseite: Büste nach rechts
IVLIA SOAEMIAS AVG
Rückseite: Venus, nach links sitzend, einen Apfel und ein Zepter haltend, vor ihr ein Kind
VENVS CAELESTIS
Durchmesser 20 mm, Gewicht 3,37 g



